Nach einjähriger Unterbrechung – Bezirksstadträtin Eva Majewski Sparacino war als Mutter von Zwillingen in Elternzeit – fand am 16. April das 10. Forum Germaniagarten im Gemeindesaal der Serbisch-Orthodoxen Kirche statt. Nach einer kurzen Vorstellung der Gemeinde durch Sozialarbeiter und Projektkoordinator Simeon Sekulic stand der Tagesordnungspunkt „Nachgehakt“ auf dem Programm.
Beim letzten Forum wurden Spritzenfunde in der Nähe der Marianne-Cohn-Schule angesprochen und aus dem Publikum kam der Hinweis, dass davon auch der Oberlandpark betroffen war. Frau Majewski-Sparacino verwies darauf, dass ein Streetworker-Team das Geschehen im Blick hat. Ein anderes Problem aus dem vergangenen Jahr hatte sich glücklicherweise schon erledigt: Die Müllansammlungen auf einer Baustelle am Mariendorfer Weg waren inzwischen beseitigt.
Den nächsten Tagesordnungspunkt „Kiez aktuell“ nahm Christian Combaj zum Anlass, sich als neuer Präventionsbeauftragter des zuständigen Polizeiabschnitts 44 vorzustellen. Seine Aufgaben reichen von Workshops zu den Themen Mobbing/Cybermobbing bis hin zur Sicherheit für Senior*innen. Silvia Sassetti von der Aktionsfondsjury machte noch mal nachdrücklich auf die Verkehrssituation aufmerksam: Für Kinder sei es schwierig, die Oberlandstraße zu überqueren, und für Radfahrende ist besonders die nasskalte Jahreszeit gefährlich. Eine Teilnehmerin freute sich, dass das Forum und auch andere Veranstaltungen wie das „Dorfcafé“ in der Kirchengemeinde stattfinden können, aber es fehle eben weiter an Orten und Räumlichkeiten für die Nachbarschaft, zusammenzukommen. Ein Familienzentrum sei weiterhin ein wichtiges Ziel für das Quartier, sagte Eva Majewski-Sparacino, aktuell fehlen dafür jedoch die Kapazitäten. Was aber eine schöne Entwicklung der letzen Monate und Jahre im Kiez ist, man käme immer häufiger mit anderen Nachbarinnen und Nachbarn ins Gespräch bei den Projekten, die im Kiez durchgeführt werden, meinte Silvia Sassetti. So wie bei den Kulturtagen und den Theateraufführungen im Rahmen des Projektes „TiK TiK – 2. Akt“, das in diesem Jahr startete.
Lorenzo Pennacchietti gab einen kurzen Überblick, was demnächst stattfindet: Am 30. April 2026 führt das Theater „Lunaelaltro“ am Kulturtag sein neues Stück auf für die Kinder und Eltern der Kita „Paradiesvögel“. Auch für Grundschüler, die Kids der „Villa Holz“ und Schüler*innen der Marianne-Cohn-Schule gibt es wieder Theaterworkshops. Ein weiterer Kulturtag wird zum „Tag der Städtebauförderung“ am 9. Mai 2026 stattfinden. Er war erleichtert, weil nach einem Leitungswechsel das Theater weiter in den Atelier Gardens bleiben und proben kann.
Das Dorfcafé hatte durch die Auszeichnung mit dem 1. Gemeinschaftspreises des Bezirkes für Engagement gegen Einsamkeit im vergangenen Jahr viel mediale Aufmerksamkeit erfahren und wird nun ehrenamtlich weitergeführt. Mit Erfolg: rund 25 Menschen kommen jeden Monat zusammen.
Quartiersmanagerin Kim Stolfik machte noch einmal auf das Beteiligungsverfahren zur Qualifizierung des Spielplatzes und des Rosensenkgartens an der Rohrbeckstraße und die ausliegenden Fragebögen dazu aufmerksam.
Das Forum ist auch immer ein guter Anlass, um neue Projekte vorzustellen: „Sicher unterwegs im Germaniagarten“ startete am 1. März 2026 und läuft bis Ende 2027. Tom Pham führt zusammen mit Melanie Troes das Projekt durch und erläuterte, was sie erreichen wollen und in den kommenden Wochen und Monaten vorhaben. Beim „Tag der Städtebauförderung“ am 9. Mai und beim Kulturtag „AHOI!“ mit Spiel- und Nachbarschaftsstraße in der Bacharacher Straße am 29. Mai sind sie dabei und freuen sich auf angeregte Gespräche mit Bewohner*innen.
Eine erste Meinungsumfrage hatten sie zum Forum mitgebracht: Wo bewegen Sie sich am häufigsten, welche täglichen Wege legen Sie zurück? Wo sehen Sie Gefahrenstellen, wo Hindernisse? Und wo halten Sie sich ungern auf? Das konnten die Teilnehmenden auf zwei Gebietskarten eintragen und so schon ein erstes Stimmungsbild an die Projektverantwortlichen weitergeben.
Dann ging es hinaus in den Garten der Kirchengemeinde. Dort waren kurz zuvor die neuen Sonnenschirme und die Markise eingeweiht worden im Rahmen des Projektes „Wetterschutz für Begegnung in der Serbisch-Orthodoxen Kirche“. Stadträtin Majewski-Sparacino nutzte die Gelegenheit und dankte dem QM-Team und dem Quartiersrat für fünf Jahre engagierte Arbeit und verwies darauf, was in dieser Zeit für das Quartier geschafft wurde. Das konnte man in einer kleinen Ausstellung auch noch mal Revue passieren lassen und das nutzten die Teilnehmenden ausgiebig. Quartiersratssprecher Jens Fessel gab den Dank für eine gute Zusammenarbeit zurück an das Bezirksamt und die Senatsverwaltung: „Wir können wirklich stolz auf das Erreichte sein!“.
