Gerade gestartet ist das Theater-Projekt „TiK TiK – 2. Akt“, mit dem das erfolgreiche Vorgängerprojekt „TiK TiK – Theater im Kreis, Theater im Kiez“ mit dem Träger „lunaelaltro“ weitergeführt wird. Aber das Engagement des Theaters, das von Silvia Sassetti und Lorenzo Pennacchietti gegründet wurde, recht bis in das Jahr 2016 zurück, als sie das erste Theaterprojekt organisierten. Das kam so gut an, dass sie gefördert wurden und weitermachen konnten. Noch im Gründungsjahr des Quartiersmanagements 2021 startete ihr QM-Projekt „Auf Theater, fertig, los!“. Durch Theatererlebnisse wollten sie Begegnungen in der Nachbarschaft schaffen und fördern und so Brücken bauen zwischen den Generationen. Anfangs hatten sie nur mit Kitakindern gearbeitet, die aber nach und nach in die Schule kamen. Die Theaterworkshops für die Jüngsten liefen weiter, aber nun boten sie am Nachmittag auch Kurse für Schulkinder an. Und zu den Premieren waren natürlich die Eltern eingeladen.
2022 kamen dann die Kultursonntage dazu, zu denen die Nachbarschaft in den Oberlandgarten kam. Von 2023 bis 2025 machten Silvia Sassetti und Lorenzo Pennacchietti weiter mit „TiK TiK – Theater im Kreis, Theater im Kiez“. Inzwischen hatten sie ein Büro und einen festen Probenraum in den Atelier Gardens, wo es auch kleine und größere Premieren von Theaterstücken gab. Und aktuell nun läuft bis Ende 2028 ihr Projekt „TiK TiK – 2. Akt“. Kontinuität und Nachhaltigkeit sei ihnen sehr wichtig, sagt Silvia Sassetti. Mit diesem Projekt sollen die kulturellen Strukturen im Kiez langfristig etabliert werden.
Die Zielgruppen – Kinder und Familien – bleiben. „Wir wollen mit ihnen zusammen wachsen“, betont sie, „deshalb bieten wir ihnen mit den bewährten und beliebten Formaten eine Konstante. Die Theaterworkshops mit der Kita ‚Paradiesvögel’, der ‚Villa Holz‘ und der Marianne-Cohn-Schule bleiben auch, ebenso die Kulturtage. Aber wir haben auch neue Inhalte, entwickelt gemäß den Wünschen der Kinder und Jugendlichen.“
In der „Villa Holz“ wird es einen Theaterworkshop mit dem Rapper Matondo geben. Er ist selbst Tempelhofer und hat die Paul-Simmel-Schule besucht, wie die meisten der Kinder aus dem Kiez. Erwachsenen mag der Name nicht viel sagen, die Kids aber sind hellauf begeistert und freuen sich schon auf die Workshops und das Sommerkonzert mit Matondo in der Villa. Als studierter Erzieher arbeitet Matondo Castlo als Streetworker, Moderator, Schauspieler, Musiker, Hip-Hop Dozent und ist Gründer bzw. Geschäftsführer des gemeinnützigen Unternehmens „Alles für die Jugend“.
Da in diesem Jahr etwas ältere Jahrgänge der Marianne-Cohn-Schule an dem Projekt teilnehmen, haben sie sich für die Theaterworkshops das Thema „Liebe“ gewünscht. „Wir hatten in den Jahren zuvor positive Rückmeldungen, wie die Theaterarbeit auf die Schüler*innen des Förderzentrums wirkt, wie sie neue Dynamiken bringt, wie die Jugendlichen sich damit neu erfinden können und haben daraufhin ein Konzept entwickelt“, erzählt Silvia Sassetti.
Eine weitere Neuerung wird die Kulturtage noch attraktiver machen. „Wir führen unser neues Theaterstück, das im November vergangenen Jahres Premiere hatte, auf. Wir werden auch die Abschlussvorstellungen mit den Kitakindern auf den Nachmittag legen. Die Eltern kommen dazu, sehen sich mit ihren Kindern das Stück an und gehen dann gemeinsam nach Hause.“ Da es in diesem Jahr statt des Sommerfestes drei Spielstraßenfeste geben wird, ist das Projekt dort am 29. Mai mit der Compagnie „TheatreFragile“ vertreten. Ein Kulturtag wird auch am „Tag der Städtebauförderung“ am 9. Mai 2026 stattfinden. „Dafür ist es uns gelungen, ein arabisches Musikensemble zu engagieren“, freut sich Silvia Sassetti.
Und schließlich noch etwas Neues: Mitarbeitende aus Kitas und Einrichtungen können sich weiterbilden, um mit den Kindern und Jugendlichen die Stücke nachzubereiten.
Um über die Projektförderung hinaus die Freude am Theaterspielen zu erhalten, soll spätestens 2028 ein Kultur-Verein gegründet werden, unter Beteiligung der Nachbarschaft und verschiedenen Trägern.
Derzeit wird ein neues Plakat entworfen, auf dem sich die Termine für dieses Jahr wiederfinden – und natürlich auch auf der QM-Website.
