Am 1. März 2026 startete das neue Projekt „Sicher unterwegs im Germaniagarten“ das bis Ende 2027 laufen wird. Träger ist die LPG – Landesweite Planungsgesellschaft mbH mit Sitz in Prenzlauer Berg. Seit 2004 arbeiten sie dort zu den Themen integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung, Programmbetreuung Städtebauförderung, Kooperationsmanagement, soziales Erhaltungsrecht sowie Beteiligungs- und Moderationsverfahren. Erfahrungen in Quartiersgebieten haben sie auch gesammelt. Im Quartier Germaniagarten waren sie bereits 2019 als Gebietskoordinatoren für das Programm FEIN im Fördergebiet Germaniagarten/Silbersteinstraße tätig.
Melanie Troes hat Angewandte Geographie und Stadt- und Regionalplanung studiert und bringt Erfahrung in der Erarbeitung von Stadt- und Quartiersentwicklungskonzepten sowie Beteiligungsverfahren mit. Sie gehört zum Team der LPG und stellt das Projekt vor:
Warum wurde das Projekt hier gestartet?
Melanie Troes: Das Quartier ist von Straßen mit starkem Verkehr wie die Oberland- und die Teilestraße umschlossen, dazu kommen der S-Bahnring und die Güterstrecke. Vor allem von Familien, Schulkindern sowie älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen wird der öffentliche Raum sehr intensiv genutzt. Er weist in Teilen erhebliche Defizite auf, hinsichtlich der Verkehrssicherheit, der Orientierung und der Aufenthaltsqualität. Es fehlen beispielsweise Querungsmöglichkeiten an den Straßen, es gibt unübersichtliche Wegeverbindungen und die Radverkehrsführung halten wir auch für unzureichend. Da setzen wir mit unserem Projekt an.
Und wie?
Melanie Troes: Es gibt aktuell kein übergeordnetes, systematisch abgestimmtes Konzept zur Verkehrssicherheit und alltäglichen Mobilität. Einzelne Maßnahmen, die zur Verbesserung der Situation umgesetzt werden, erfolgen nur punktuell. Deshalb wird eine koordinierte, beteiligungsorientierte Planung gebraucht, die unterschiedliche Perspektiven aus der Nachbarschaft, den Bildungseinrichtungen, sozialen Trägern und der Verwaltung zusammenführt.
Was folgt daraus?
Melanie Troes: Oberstes Ziel ist, die Verkehrssicherheit und die Aufenthaltsqualität im Quartier zu verbessern durch die gemeinsame Entwicklung eines quartiersweiten Verkehrssicherheitskonzeptes. Dabei sollen niedrigschwellige Maßnahmen vorbereitet und umgesetzt sowie Handlungsempfehlungen benannt werden.
Welche könnten das sein?
Melanie Troes: Wir möchten die Bewohner*innen in den gesamten Prozess einbinden und für Themen der Verkehrssicherheit sensibilisieren: Wo ist für sie die Verkehrssituation besonders belastend? Wie können sie sich selbst sicher verhalten und Rücksicht nehmen? Was wird gebraucht und welche Ideen haben sie? Gemeinsam wollen wir austesten: Wo sind Gefahrenwege, wo müsste ein Zebrastreifen hin, wo wäre eine Gehwegvorstreckung sinnvoll und wie funktioniert das im Alltag?
An welche Zielgruppen haben Sie da gedacht?
Melanie Troes: Wie anfangs schon erwähnt, sind es die Menschen, die im Quartier leben und den öffentlichen Raum nutzen und dabei vor allem Kinder, Familien, ältere Menschen und solche, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Sie alle haben unterschiedliche Bedürfnisse, angefangen vom täglichen Weg zur Kita oder dem Einkauf bis hin zur Freizeitgestaltung. Diese müssen wir herausfinden, um dann für die Probleme entsprechende Lösungen zu finden. Unser Motto ist: Mit und für die Bewohnerschaft!
Und wie beziehen Sie die Menschen mit ein?
Melanie Troes: Über partizipative Formate, also Beteiligung und Mitgestaltung, kooperativ und demokratisch. Das bedeutet, wir machen Begehungen und andere gemeinsame Aktionen im öffentlichen Raum. Es wird Workshops geben, Umfragen und Gespräche. Wir werden auch eng mit dem Bezirksamt zusammenarbeiten. Schließlich sollen die Handlungsempfehlungen und Maßnahmenvorschläge, die sich am Ende des Projekts ergeben, anschlussfähig sein für zukünftige Maßnahmen und Förderungen.
Sie haben gerade erst begonnen. Was sind die ersten Schritte?
Melanie Troes: Die haben wir bereits zu Jahresbeginn gemacht, bei einem Treffen mit anderen Projektträger*innen. Erste Kontakte und einen Austausch gab es mit dem Projekt „Netzwerk Nachbarschaft“, um zu sehen, an welchen Aktionen wir uns beteiligen könnten. Wir haben auch schon Ideen, um das Projekt vorzustellen und mit der Nachbarschaft ins Gespräch zu kommen: beim Forum Germaniagarten am 16. April oder der nächsten Quartiersratssitzung. Auch beim „Tag der Städtebauförderung“ am 9. Mai und dem „Tag der Nachbarschaft“ am 23. Mai würden wir gerne dabei sein. Im Sommer sind zudem mehrere Beteiligungsaktionen und eine Auftaktveranstaltung geplant.
Aber gerade sind wir dabei, eine Bestandsaufnahme zu machen, Planungsgrundlagen und Daten auszuwerten und eine Gebietsbegehung mit dem QM-Team und der Verwaltung zu organisieren.
Wie kann man Kontakt zu Ihnen aufnehmen?
Melanie Troes: Natürlich immer, wenn wir vor Ort sind. Aber wir sind auch per E-Mail oder Telefon 030-816160397 (Mo-Do) erreichbar oder über das QM-Büro.
