Zum 11. Mal hatte die Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Eva Majewski Sparacino, am 15. Oktober 2026 Bewohner*innen, Aktive und Einrichtungen zum Forum Germaniagarten eingeladen.
Zuerst stellte Projektkoordinator Simeon Sekulić kurz die Serbisch-Orthodoxe Kirche vor, in der das Forum zu Gast war und verwies auf kommende Veranstaltungen dort wie das Kiezkino am 22. Oktober 2026. Und die Stadträtin verwies auf die neuen Quartiersmanager*innen, die kürzlich ihre Arbeit aufgenommen haben.
Wie immer folgte als nächster Tagesordnungspunkt „Nachgehakt“. Teresa Deckert, Gebietskoordinatorin für das Quartiersmanagement im Bezirksamt, erinnerte an die Probleme, die in vergangenen Foren angesprochen wurde. Das Thema Verkehr bewegt die Menschen immer noch sehr. Konkrete Ergebnisse konnten zwar nicht vermeldet werden, aber Quartiersratssprecher Jens Fessel bemerkte, das die Umwidmung der Eschersheimer Straße in eine Fahrradstraße schon etwas zur Verkehrsberuhigung beigetragen hat. Ein anderes Problem, das ein Bewohner in den Quartiersrat getragen hatte, konnte gelöst werden. Es ging um einige Glascontainer im Bärenpark, die plötzlich verschwunden waren, was längere Wege verursachte. Das QM-Team hatte sich ans Telefon gehängt und nun sind alle Container wieder an Ort und Stelle. Dafür bedankte sich der Bewohner im Namen der Nachbarschaft.
Beim Thema „Kiez aktuell“ informierte Jens Fessel, dass es in diesem Jahr statt eines Sommerfestes drei Temporäre Spielstraßen gibt. Zwei waren schon sehr erfolgreich mit reger Beteiligung von Kindern und Familien gelaufen, die dritte findet am 11. Dezember 2026, von 14 bis 19 Uhr, in der Bacharacher Straße 43a-48 statt. Ein weiteres Thema war die Bücherbox. Da diese zerstört wurde, soll es jetzt eine mobile Variante geben. Es wurde bereits Material gekauft und Eltern der „Villa Holz“ haben sich bereit erklärt, beim Aufbau mitzuhelfen.
2024 startete das Projekt „Quartiersküche Germaniagarten – gemeinsam schmeckt’s am besten!“. Es fand so große Resonanz, dass es seit diesem Jahr ein Folgeprojekt gibt: „Gemeinsam Gärtnern im Germaniagarten II“. Das Projektteam von der „ackerpause“, die wieder die Trägerschaft übernommen haben, verwies auf bereits gelaufene Aktionen und gab einen Ausblick auf die künftige Projektarbeit. Nachdem winterfest machen der Hochbeete im Garten der Kirche am 21. Oktober wird es bis Jahresende noch zwei Workshops geben.
In einer kleinen Pause nutzten die Teilnehmenden am leckeren Buffet die Gelegenheit zu Gesprächen untereinander. Danach hielt Cleo Meinhold, zuständige Mitarbeiterin zur Umsetzung der Istanbul-Konvention im Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, einen Vortrag über „Häusliche Gewalt“ – ein Thema, über das auch im Quartier viel diskutiert wird.
Quartiersmanagerin Kim Stolfik führte aus, wie “Häusliche Gewalt“ definiert wird und welche Formen es gibt. Sie stellte fest, dass die erfassten Zahlen im Quartier höher sind als im Berliner Durchschnitt. Sie verwies mit Nachdruck darauf, dass dies kein privates Problem sei. Jeder sollte hinschauen und auch Verantwortung übernehmen. Cleo Meinhold erläuterte, dass der Senat aus der Instandbul-Konvention einen Aktionsplan für Berlin entwickelt hat. Die Instandbul-Konvention ist ein internationales Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher
Gewalt und in Deutschland seit 2018 geltendes Recht. Staat und staatliche Stellen haben den Auftrag, Gewalt zu verhindern, Betroffene zu schützen und Gewalt wirksam zu bekämpfen. Auch im Bezirk wird ein entsprechender Aktionsplan erarbeitet und soll 2027 beschlossen werden. Ziel ist es, die verschiedenen Bereiche des Bezirksamtes für das Thema zu sensibilisieren und bestehende Strukturen weiterzuentwickeln. Dazu gab es eine Befragung der Mitarbeitenden im Bezirksamt. Dass ein Drittel regelmäßig und knapp die Hälfte manchmal Kontakt mit Betroffenen hat, zeigt die Brisanz des Problems.
Neben Fortbildungen und anderen Veranstaltungen ist auch ein Runder Tisch zu häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt geplant. Am 19. November 2026 gibt es im Rathaus Schöneberg ab 17.30 Uhr eine Filmvorführung mit Gesprächsrunde zum Film „She said“. In dem Drama von Maria Schrader geht es um die Anfänge der #MeToo-Bewegung, die sich gegen sexuelle Belästigung, sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch richtet. Im Rahmen des Berliner Aktionsmonats zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ werden vor den Rathäusern am 25. November 2026 Antigewalt-Fahnen gehisst.
In der anschließenden Diskussionsrunde betonte Jens Fessel, man müsse erneut auf Trägersuche gehen, nachdem eine erste Projektausschreibung gescheitert war. Kim Stolfik erklärte, für 2027 sei dazu ein neues Projekt in Planung. Eva Majewski Sparacino machte deutlich, wie wichtig es ist, dieses Problem sichtbar zu machen und darüber zu reden. Und jeder und jede sollte im Umfeld lieber einmal mehr nachfragen, wenn der Verdacht von jeglicher Gewalt gegen Frauen besteht.
Damit ging das 11. Forum Germaniagarten zu Ende. Die Stadträtin merkte an, dass sie eventuell im kommenden Jahr aufgrund der neuen Konstellationen nach der Abgeordnetenhauswahl nicht mehr im Amt sei. Sie bedankte sich bei allen Beteiligten mit den Worten „Ich wünsche Ihnen alles Gute, es hat mir viel Spaß gemacht“.
Termine
22.10.26, 19 Uhr: Kiez-Kino (Aktionsfonds) mit dem Film „Ellbogen“
19.11.26, 17-19 Uhr: Quartiersratssitzung
02.12.26, 16 Uhr: Punsch und Kekse im Vor-Ort-Büro des Quartiersmanagements
08.12.26, 17-19 Uhr: Jahresabschlusssitzung von Aktionsfondsjury und Quartiersrat
10.12.26, 19 Uhr: Kiez-Kino (Aktionsfonds), Film kann gewählt werden mit QR-Code auf dem Filmplakat
11.12.26, 14-19 Uhr: Spielstraßenfest „Netzwerk Nachbarschaft“ (Projektfonds) an der Bacharacher Straße 43a-48
Weitere Termine im neuen Veranstaltungskalender des QM und auf www.nebenan.de unter „Quartiersmanagement Germaniagarten“.
